Berlin, 15.09.2026: Die Holzenergiebranche sieht in der Brancheumfrage 2026 ihre Bedeutung für Versorgungssicherheit, Resilienz und regionale Wertschöpfung bestätigt, fordert zugleich aber bessere politische Rahmenbedingungen. Die Umfrage wurde im Vorfeld des 26. Fachkongresses Holzenergie vorgestellt.
Zentrale Herausforderungen für die Unternehmen bleiben mangelnde Planbarkeit (57 % der Befragten) sowie bürokratische Belastungen und langwierige Genehmigungsverfahren (58 %). Gleichzeitig sehen weiterhin viele Unternehmen die politische Situation für die Holzenergie kritisch (sehr schlecht / schlecht: 58 %). Zudem sehen die Befragten kaum positive Impulse aus aktuellen regulatorischen Vorhaben, während insbesondere die Biomasse- und die Biomassestrom-Nachhaltigkeitsverordnung als Belastung bewertet werden.
Dazu Sebastian Henghuber, Vorstand des Fachverbands Holzenergie und Vorstand der MW Biomasse AG: „Die Umfrage zeigt deutlich, dass die Branche investieren und ihren Beitrag zur erneuerbaren Energieversorgung leisten will. Was den Unternehmen fehlt, sind langfristig verlässliche Rahmenbedingungen und weniger Bürokratie – dies führt zu einer Abwartehaltung bei den Investitionen. Der wirtschaftspolitische Rahmen wird in diesem Jahr von 44 % der Befragten als herausfordernd empfunden – das ist ein deutlicher Anstieg zum Vorjahr (2025: 30 %).“
Marlene Mortler, Vorstandsvorsitzende des Fachverbands Holzenergie betont dabei: „Holzenergie macht aus heimischen Ressourcen heimische Stärke. Sie reduziert unsere Abhängigkeit von fossilen Energieimporten und hat im Jahr 2025 mit rund 136 TWh erzeugter Wärme fossile Energieimporte im Wert von über 5 Milliarden Euro ersetzt. Dadurch wird die Versorgungssicherheit erhöht, denn der Wärmesektor ist erst bei einem Anteil von 19 % erneuerbaren Energien, und sorgt dafür, dass Wertschöpfung in Deutschland und besonders in den ländlichen Regionen bleibt. Diesen Aspekten wird derzeit noch viel zu wenig Bedeutung beigemessen.“
Für die kommenden Monate fordert die Branche deshalb verlässliche politische Weichenstellungen. Dazu zählen ein zügiger Abschluss der EEG-Novelle, eine praxisgerechte Umsetzung der RED III in der Biomasseverordnung sowie die Aufhebung bestehender Förderbeschränkungen für Prozesswärme-anlagen mit Holz.
„Die Holzenergiebranche braucht keine Sonderrolle, sondern faire und verlässliche Rahmenbedingungen wie die Aufhebung der Beschränkungen von Holz in Wärmenetzen. Wer Versorgungssicherheit, regionale Wertschöpfung und eine erfolgreiche Wärmewende erreichen will, muss nachhaltige Holzenergie als Teil der Lösung anerkennen und regulatorische Hemmnisse abbauen“, so Julia Möbus, Vorständin des Fachverbands Holzenergie und Geschäftsführerin des Deutsche Säge- und Holzindustrie Bundesverbandes, abschließend.
Die Ergebnisse der Branchenumfrage können Sie hier herunterladen.
Fachkongress Holzenergie
Unter dem Motto „Erneuerbar.Verlässlich.Wirkungsvoll. | Holzenergie mit Zukunft" werden beim 26. Fachkongress Holzenergie am 29. und 30. September 2026 im Congress Centrum Würzburg aktuelle Themen der Branche diskutiert. Als Leitveranstaltung des bundesdeutschen Holzenergiemarktes und zentraler Treffpunkt der Branche gilt der Fachkongress seit 26 Jahren als Indikator der aktuellen Marktentwicklung und richtungsweisend für künftige Trends. Rund 250 Fachteilnehmende aus Wirtschaft, Energieversorgung, Kommunen, Wissenschaft und Politik kommen jährlich zusammen, um aktuelle Entwicklungen und strategische Perspektiven der Holzenergie zu diskutieren. Neben rund 50 Fachvorträgen und interaktiven Diskussionsrunden bietet der Kongress Raum für intensiven fachlichen Austausch, Networking und die Präsentation neuer Lösungen im begleitenden Ausstellungsbereich.
Mehr Informationen zu Programm und Redner sowie die Anmeldemöglichkeit finden Sie unter https://www.fachkongress-holzenergie.de/.
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