29.09.2026

26. Fachkongress Holzenergie: Erneuerbar, verlässlich, wirkungsvoll – Holzenergie braucht Zukunftsperspektive

26. Fachkongress Holzenergie: Erneuerbar, verlässlich, wirkungsvoll – Holzenergie braucht Zukunftsperspektive
Holzenergiebranche fordert verlässliche Rahmenbedingungen für Versorgungssicherheit, Wärmewende und Investitionen

Würzburg, 29.09.2026: Der 26. Fachkongress Holzenergie ist heute unter dem Motto „Erneuerbar. Verlässlich. Wirkungsvoll. | Holzenergie mit Zukunft“ in Würzburg eröffnet worden. In ihrer Eröffnungsrede machte Marlene Mortler, Vorsitzende des Fachverbands Holzenergie (FVH), deutlich, dass Holzenergie weit mehr als einen Beitrag zum Klimaschutz leistet: Sie stärkt Versorgungssicherheit, regionale Wertschöpfung und die Unabhängigkeit von fossilen Energieimporten.

„Die Förderung Erneuerbarer Energien ist nicht nur Klimapolitik. Sie ist auch knallharte Sicherheitspolitik“, erklärte Mortler. Angesichts geopolitischer Krisen und der weiterhin hohen Abhängigkeit Deutschlands von importierten fossilen Energieträgern müsse die Energiepolitik stärker als Frage der wirtschaftlichen und energiepolitischen Souveränität verstanden werden

Allein 2025 wurden in Deutschland rund 136 Terawattstunden Wärme aus Holz bereitgestellt. Damit wurden fossile Energieimporte im Wert von mehr als fünf Milliarden Euro ersetzt. „Das ist heimische Wertschöpfung. Und das ist Energiesouveränität“, betonte Mortler mit Blick auf die Holzenergiebranche.

Mit dem Ausbau von Wind- und Solarenergie verändert sich das deutsche Energiesystem grundlegend. Gleichzeitig wächst die Bedeutung von Energie, die gespeichert und bedarfsgerecht eingesetzt werden kann. Die derzeit vorhandene Stromspeicherkapazität von rund 50 Gigawattstunden entspreche lediglich etwa ein bis anderthalb Stunden der durchschnittlichen Stromnachfrage, so Mortler. „Holz ist selbst ein Energiespeicher“, betonte die FVH-Vorsitzende. Der Energieträger könne gelagert und bei Bedarf eingesetzt werden. Moderne Holzheizkraftwerke erzeugten daraus verlässlich Wärme und Strom. Holzenergie sei damit ein wichtiger Baustein eines resilienten Energiesystems – nicht als Konkurrenz zu Wind und Sonne, sondern als Ergänzung und gemeinsam mit anderen erneuerbaren Energien. 

Für die Branche forderte sie verlässliche politische Rahmenbedingungen ein. Die aktuelle Branchenumfrage zeigt, dass 57 Prozent der Befragten mangelnde Planbarkeit und 58 Prozent Bürokratie und Genehmigungen als zentrale Herausforderungen sehen. Gleichzeitig sehen 90 Prozent die Unabhängigkeit von fossilen Energieimporten als einen der größten Vorteile der Holzenergie. Mortler forderte von der Politik deshalb bessere Rahmenbedingungen für den Einsatz nachhaltiger Biomasse insbesondere in Wärmenetzen. Pauschale Deckelungen des Holzanteils und Betriebsstunden-begrenzungen gehörten auf den Prüfstand. „Wir brauchen keine immer längeren Listen darüber, welches Holz gerade noch gefördert werden darf und welches nicht. Trauen wir den Experten vor Ort bitte wieder zu, dass sie selbst am besten entscheiden können!“ so ihr Appell. 

Vom kommenden Wärmenetzpaket erwartet die FVH-Vorsitzende, dass es Investitionssicherheit schafft, den Ausbau erneuerbarer Wärmenetze erleichtert und Bürokratieaufbau vermeidet. „Jede Stunde, die ein Betreiber mit Formularen verbringt, ist keine Stunde, in der er ein Wärmenetz modernisiert“, so Mortlers Feststellung.

Für die industrielle Prozesswärme forderte Mortler zudem die Aufhebung bestehender Förderbeschränkungen für Biomasseanlagen. Wenn eine Anlage die Nachhaltigkeitskriterien der RED III erfülle, dürfe sie nicht pauschal von der Förderung ausgeschlossen werden.

„Erneuerbar heißt weniger fossile Energieimporte. Verlässlich heißt Versorgungssicherheit in Krisen und bei schwankender Erzeugung. Wirkungsvoll heißt messbarer Nutzen für Klima, Sicherheit und Wertschöpfung.“ Mit diesem Dreiklang fasste Mortler den Anspruch der Branche zusammen. Holzenergie sei eine Technologie mit Zukunft und leiste bereits heute einen messbaren Beitrag durch Investitionen, regionale wirtschaftliche Impulse und die Vermeidung von Treibhausgasemissionen.

26. Fachkongress Holzenergie
Der 26. Fachkongress Holzenergie findet am 29. und 30. September 2026 im Congress Centrum Würzburg statt. Unter dem Motto „Erneuerbar. Verlässlich. Wirkungsvoll. | Holzenergie mit Zukunft“ diskutieren rund 210 Fachteilnehmende aus Wirtschaft, Energieversorgung, Kommunen, Wissenschaft und Politik aktuelle Entwicklungen und strategische Perspektiven der Holzenergie.
Der Fachkongress wird vom Fachverband Holzenergie (FVH) im Bundesverband Bioenergie e.V. (BBE) gemeinsam mit der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR) veranstaltet. Rund 50 Fachvorträge und interaktive Diskussionsrunden bieten Raum für fachlichen Austausch, neue Impulse und Networking.
Weitere Informationen zum Programm unter www.fachkongress-holzenergie.de.

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