14.01.2016

Zusätzliche Förderung zum MAP - Anreizprogramm Energieeffizienz (APEE)

Mit dem Ziel des nahezu klimaneutralen Gebäudebestandes im Jahre 2015 hat sich die Bundesregierung ein ambitioniertes Ziel gesetzt. Um dieses Ziel annähernd zu erreichen sind die Erneuerung und Sanierung des gesamten Heizungssystems notwendig, hier insbesondere die Dynamisierung der Austauschrate bei alten Heizungen und ein Wechsel zu erneuerbare Energien.

Tatsächlich liegt nach Aussage der Bunderegierung die Austauschrate bei Heizungen derzeit bei nur ca. 3% pro Jahr. Dies lässt das Durchschnittsalter des Heizungsbestands weiter steigen und birgt mithin erheblich Potentiale für Energieeffizienz und moderne Biomasseheizungen.

Um einen weiteren Marktimpuls zum Wechsel des Heizungssystems zu setzen und ineffiziente Altanlagen aus den Kellern der Republik zu verbannen, sattelt die Bundesregierung auf die bestehende Marktanreizprogrammförderung (MAP) eine Zusatzförderung auf. Die sogenannte Richtlinie zur Förderung der beschleunigten Modernisierung von Heizungsanlagen bei Nutzung erneuerbarer Energien „Anreizprogramm Energieeffizienz (APEE)“ kann ab Anfang diesen Jahres auf ein jährliches Budget von insgesamt 165 Mio. € (für 3 Jahre) zurückgreifen. Aufgeteilt wird diese Summe in einen KfW-Teil (Zuschuss 430 und Kreditprogramme 151/152) und einen Teil zusätzlicher MAP-Förderung.

Wer also beim Tausch seiner alten Heizungsanlage in eine neue effiziente Biomasseheizung investiert, erhält 20% zu den bestehenden MAP-Fördersätzen hinzu (Zusatzbonus). Dies Gesetz dem Fall, dass eine zusätzliche Investition in die Effizienz der Heizungsanlage erfolgt, beispielsweise indem die Heizkurve optimiert wird oder die Vor-und Rücklauftemperaturen angepasst werden. Für diese Optimierung bekommt der Begünstigte zusätzlich noch einen einmaligen Investitionszuschuss in Höhe von 600 Euro.

Dies lässt sich am Beispiel eines Pelletkessels vorrechnen: Nach der Tabelle des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) (s. Anhang) wird ein Pelletkessel mit 3.000 € gefördert. Mit der pauschalen Prämie von 20 % beträgt die Basisförderung 3.600 €. Da es die Prämie nur in Verbindung mit Maßnahmen zur Effizienzsteigerung gibt (z.B. Optimierung der Heizkurve, Anpassung der Vorlauftemperatur, Einsatz von Einzelraumregler), beläuft sich die gesamte Fördersumme auf 4.200 €. Dieser kombinierte Zusatzbonus kann allerdings nicht mit dem Optimierungsbonus (10 % der Nettoinvestitionskosten) nach den MAP-Richtlinien kumuliert werden.

Der Antrag für den Zusatzbonus nach der APEE-Richtlinie kann im Rahmen des Antragsverfahrens auf Gewährung einer MAP-Förderung gestellt werden. Die nötigen Formulare stehen auf den Seiten des BAFA als Download zur Verfügung.

Weitere Informationen zum APEE-Richtlinie entnehmen Sie der Anlage und unter: www.foerderdatenbank.de

Neben der Anerkennung gegenüber der Bundesregierung, Investitionen in erneuerbare Wärmetechnik weiter zu fördern und die Fördersätze auszubauen, bleibt auch ein Wermutstropfen. Aus Sicht des BBE ist es nicht nachzuvollziehen, warum Teile des Richtlinienbudgets in KfW-Programme fließen, die nach wie vor auch die Investition in fossile Heizungstechnik fördern. Eine fossile Heizung, die heute eingebaut wird, bleibt uns im Gebäudebestand für die nächsten 15 bis 20 Jahre erhalten. Das Ziel der Bundesregierung im Jahre 2050 den nahezu klimaneutralen Gebäudebestand zu erreichen wird durch derartige Fehlanreize unnötig gefährdet.

Der BBE wird weiterhin auf diesen Missstand in Gesprächen mit Bundesregierung, BMWi und KfW hinweisen.


Kontakt:

Matthias Held
Referent Biowärme

Bundesverband BioEnergie e.V. (BBE)
Invalidenstr. 91
10115 Berlin

Tel.: 030 2758 179-19
Email: uryqnnnanesnnnsnpuireonaq-ubymraretvr.qr

© Fachverband Holzenergie 2017