06.10.2016

Holzenergie – Chancen und Perspektiven im veränderten politischem Umfeld!

Augsburg, 06.10.2016: Die Holzenergiebranche hat sich anlässlich des 16. Fachkongresses für Holzenergie in Augsburg getroffen, um über Herausforderungen und Marktstrategien der Branche zu diskutieren.

Dabei reagierten die Kongressbesucher mit Unverständnis auf den beobachteten Trend in den politischen Diskussionen, der Holzenergie ihren enormen Klimaschutzbeitrag kleinzureden wie jüngst im Entwurf des Klimaschutzaktionsplans 2050. Die Nutzung forstlicher Biomasse gerade auch im Energiesektor trage nachweislich zum Klimaschutz und Ressourcenschonung bei und sei ein integraler Bestandteil einer nachhaltigen Forstbewirtschaftung. Ein Verzicht auf die energetische Holznutzung zu Gunsten einer Flächenstilllegung im deutschen Wald sei dabei in keinster Weise gerechtfertigt, sind sich die Kongressteilnehmer einig. „Ein Nutzungsverzicht heimischer Wälder löst Verdrängungseffekte und ökologische Folgeschäden aus, die die erhofften Klimaschutzleistungen überkompensieren und damit konterkarieren können.“ äußert Artur Auernhammer, MdB und Vorstandsvorsitzender des BBE seine Bedenken.

Auch die Pläne des BMUB, gerade im Wärmemarkt auf den bedeutendsten erneuerbaren Energieträger Holz zukünftig verzichten zu wollen, lösten in Augsburg befremden aus. Mit diesem Ansatz bliebe völlig offen, wie ohne Energieholz eine Dekarbonisierung im mengenmäßig größten Energiesektor mit über
50 % der Energienachfrage gelingen sollte. Umso mehr wenn man neben dem Privatsektor den gewerblichen und industriellen Wärmebedarf mit in die Betrachtung einbeziehe.

Doch auch die Pläne für ein Auslaufen der Biomasseverstromung stießen in der Branche auf Unverständnis, basiert diese doch in ganz wesentlichem Maße auf die Verwertung von Rest- und Abfallprodukten, für die es keine alternativen Verwertungsoptionen gäbe. Der faktische Ausbaustopp im Biomassekraftwerksmarkt führe bereits heute aufgrund der gleichzeitigen, konjunkturbedingten Zunahme des entsorgungspflichtigen Altholzangebotes zu einem signifikanten Entsorgungsengpass, der sich mit jedem weiteren Biomasseheizkraftwerk, das vom Netz geht, verschärfe. Die Umstellung des Altholzmarktes auf faire Entsorgungserlöse für die eingesetzten Rest- und Abfallstoffe ist die Bedingung für das Gelingen dieses Umbauprozesses. Erste Überlegungen des Fachverbandes Holzenergie hierzu wurden im Augsburger Fachkongress intensiv erörtert und werden in der weiteren Arbeit des Verbandes aufgegriffen werden.

Große Sorgen bereiteten den Kongressteilnehmern auch die noch für diese Legislaturperiode vorgesehene Novellierung der TA Luft, welche die in Dezember 2015 verabschiedete EU Direktive für mittelgroße Feuerungsanlagen (MCP Direktive) in nationales Recht umsetzen soll. Die MCP Direktivesetzt erstmals gemeinsame europaweite Standards, um die Emission von Partikeln (Staub), Stickoxiden (NOx) und Schwefeldioxid (SO2) bei Feuerungsanlagen im Leistungsbereich von 1-50 MWth zu reduzieren.

Doch anstelle der Verschärfung der Grenzwerte im Konsens mit allen EU-Mitgliedsstaaten über die MCP-Richtlinie sieht der Entwurf des Bundes­umweltministeriums (BMUB) davon abweichende, gravierende Verschärfungen der Grenzwerte vor. So werden nicht nur deutsche Anlagenbauer und Betreiber von Holzfeuerungen im Wettbewerb in Europa systematisch benachteiligt, sondern eine ganze Branche in ihrer Existenz bedroht. Die Verwendung von naturbelassenen Holzbrennstoffsortimenten wie Waldrestholz, Landschaftspflegematerial, Sägenebenprodukte, Holz aus Kurzumtriebsplantagen, Rinde und Laubholz wäre dann aus wirtschaftlichen und technischen Gründen auch in Bestandsanlagen nicht mehr darstellbar. Die Kongressteilnehmer plädierten daher, Verhältnismäßigkeit zu wahren und zwar ambitionierte, aber machbare Grenzwerte zu definieren.

Die aufgeworfenen Fragen werden nun in den Gremien des Fachverbandes Holzenergie im BBE weiter erörtert und gemeinsam mit der Branche Lösungsansätze erarbeitet. Interessierte Marktakteure sind eingeladen, ihr Wissen und ihre Erfahrungen in die Arbeiten einzubringen.


Kontakt:

Fachverband Holzenergie im BBE
Thomas Siegmund

0228/81002-57
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