06.07.2015

7 Millionen Bäume für den Klimaschutz

Der Energieholzanbau ist in Deutschland auf Wachstumskurs. Allein im Frühjahr 2015 pflanzten die beteiligten Unternehmen rund 7 Millionen Bäume auf landwirtschaftlichen Flächen neu an. Bundesweit wachsen inzwischen über 60 Millionen schnellwachsende Pappeln und Weiden auf rund 7.000 Hektar „Energiewald“ zur Erzeugung von klimafreundlichem Brennstoff als Alternative zu Kohle, Öl und Gas.

Besonderer Vorteil der Energiewälder bzw. Energieholzplantagen ist die extensive Bewirtschaftung landwirtschaftlicher Flächen. Die Klimaschutzwirkung ist durch den geringen Energieeinsatz konkurrenzlos gut und aufgrund der positiven Naturschutzeffekte werden die schnellwachsenden Feldgehölze gemäß EU-Reglement zudem als sogenannte „ökologische Vorrangflächen“ anerkannt. Auch hinsichtlich der Flächenkonkurrenz mit der Nahrungs- und Futtermittelproduktion bietet der Energieholzanbau Vorteile, da sich auch Ackerflächen von geringer Güte hervorragend für die Kultivierung eignen.

In der Diskussion um die Energiewende stehen Wind und Solar meist im Mittelpunkt, doch mit über einem Drittel aller in Deutschland erzeugten erneuerbaren Energie leistet Holz bisher den größten Beitrag zum Klimaschutz. Und dies zu besonders geringen Kosten für die Gesellschaft, denn im wichtigen Wärmesektor ist Holz nicht nur nahezu alternativlos, sondern bereits heute oftmals kostengünstiger als der Einsatz von Erdgas oder Heizöl. Aber auch im Strommarkt leistet Energieholz einen wichtigen Beitrag zur Stabilisierung der fluktuierenden Stromerzeugung aus Wind- und Sonnenenergie.

„Nur auf Basis unserer Energieholzplantagen können wir unseren Kunden langfristige Versorgungssicherheit mit erneuerbarer Wärme zu stabilen Preisen bieten. Der eigene Anbau sichert den Holzbezug langfristig ab“, betont Jan Grundmann, Geschäftsführer der Energy Crops GmbH, die bereits auf rund 2.000 Hektar Energieholzplantagen in Kooperation mit Landwirten bewirtschaftet.

Aufgrund der ambitionierten Klimaschutzziele wird europaweit bis 2030 eine Verdopplung des Energieholzbedarfs erwartet. Da jedoch die traditionellen Holzpotentiale aus dem Wald und aus Reststoffen bereits im hohen Umfang genutzt werden, sind neue Quellen gefragt. Als heimischer Hoffnungsträger steht der Energieholzanbau momentan zwar erst am Anfang der Markteinführung, verfügt jedoch über ein außerordentlich großes Wachstumspotential. Beispielhalft könnten mittelfristig, unter Einsatz von 50% der für den Energiepflanzenanbau verfügbaren Fläche, jedes Jahr rund 150 Millionen t Trockenmasse Energieholz zusätzlich in der EU erzeugt werden. Diese Rohstoffmenge ist ausreichend, um rechnerisch rund ein Drittel des derzeitigen Steinkohleverbrauchs in der EU zu ersetzen oder den durchschnittlichen Wärmebedarf von 190 Mio. EU-Haushalten á 100 m² zu decken.

„Energieholzplantagen können entscheidend zur Minimierung der entstehenden Holzlücke in Europa beitragen und gleichzeitig die Klimaschutzleistung der Landwirtschaft maximieren“ ist Prof. Daniela Thrän, Mitglied des Bioökonomierats der Bundesregierung und Bereichsleiterin des Deutschen Biomasseforschungszentrums (DBFZ) sowie des Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung, überzeugt.

Im Zusammenspiel mit Energieeinsparungen und Effizienzgewinnen erleichtert der Anbau von schnellwachsenden Baumarten nicht nur die vollständige Abkehr von fossilen Energieträgern im Energiesektor. Mit landwirtschaftlichem Energieholz wird auch eine nachhaltige und regionale Rohstoffbasis für die angestrebte zukünftige „Bioökonomie“ geschaffen, denn in modernen Bioraffinerien lassen sich aus Holz nahezu alle Produkte erzeugen, die heute noch auf Erdöl basieren – vom Kerosin für die Luftfahrt über Kunststoffe bis hin zu Spezialchemikalien und Kaugummi.

Ein Hintergrundpapier zu Energieholzplantagen finden Sie unter: www.bioenergie.de

Hrsg: AG Kurzumtriebsplantagen der Abteilung Holzenergie im Bundesverband BioEnergie e.V.

Ansprechpartner:

Michael Weitz, Lignovis GmbH / zvpunry.jrvgmnnnanesnnnyvtabivf.pbz / 040-89096-134

Dr. Jan Grundmann, Energy Crops GmbH / wna.tehaqznaannnanesnnnraretl-pebcf.qr / 040-2718-2280

Bildquelle: B. Heinrich, KWF e.V.
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